23.09.2026

Gipfeltreffen am Berg: Beste Offensive fordert Erlbachs Bollwerk

Gipfeltreffen am Berg: Beste Offensive fordert Erlbachs Bollwerk
Rückkehr an die alte Wirkungsstätte: Enrique Bösl trifft am Freitag in Erlbach auf seinen Ex-Klub / Foto: Tobias Vierlinger

Den FC Pipinsried erwartet am Freitagabend eines der reizvollsten Auswärtsspiele dieser Bayernliga-Saison. Der Tabellenführer gastiert um 19 Uhr beim Tabellendritten SV Erlbach. In der Holzbau-Grübl-Arena – vielen Fußballfreunden noch als Waldstadion bekannt – treffen dabei zwei Mannschaften mit ganz unterschiedlichen Stärken aufeinander: Der FCP stellt mit 34 Treffern die beste Offensive der Liga, Erlbach hat in elf Partien gerade einmal fünf Gegentore zugelassen.
„Das wird ein absolutes Highlight-Spiel der Saison“, sagt FCP-Trainer Roman Langer: „Auswärts in Erlbach dort oben am Berg, vor vielen Zuschauern, unter Flutlicht, auf einem super Platz und gegen einen super Gegner – dort zu spielen, macht immer brutal viel Spaß.“ Die Gastgeber gehen mit 21 Punkten als Tabellendritter in die Begegnung und liegen damit vier Zähler hinter dem FCP. Zuletzt setzte sich die Mannschaft von Trainer Johann Grabmeier mit 1:0 bei der zweiten Mannschaft des TSV 1860 München durch. Es war der dritte Erlbacher Sieg aus den vergangenen vier Spielen. Überhaupt präsentiert sich der SVE ausgesprochen stabil: In den zurückliegenden fünf Partien kassierte die Mannschaft nur einen einzigen Gegentreffer. Auch zu Hause ist Erlbach noch ungeschlagen. Aus fünf Begegnungen holte der SVE vier Siege und ein Unentschieden bei einem Torverhältnis von 10:1. „Erlbach besitzt eine absolute Top-Truppe mit vielen Spielern, die Regionalliga-Erfahrung haben“, sagt Langer. „Das wird ein Brett für uns. Aber auch wir sind gut im Flow.“
Seine Mannschaft verteidigte am vergangenen Wochenende durch den spektakulären 5:2-Erfolg gegen den SV Kirchanschöring die Tabellenführung. Nach einem zwischenzeitlichen 1:2-Rückstand drehten Jusuf Amdouni und Florian Gebert die Partie in der Schlussphase. Gebert gelang dabei innerhalb von nur fünf Minuten ein lupenreiner Hattrick. „Gefühlt erleben wir einmal pro Monat ein solches Comeback – wenn auch bislang nicht so extrem wie gegen Kirchanschöring“, sagt Langer, der anfügt: „Wir haben erneut gesehen, dass wir jederzeit in der Lage sind, Tore zu erzielen. In Erlbach brauchen wir gegen diesen wirklich starken Gegner aber eine gute Balance in unserem Spiel.“ Denn während der FCP bislang besonders durch seine Offensivkraft überzeugt, lässt Erlbach kaum etwas zu. „Der SVE hat in dieser, aber auch schon in der vergangenen Saison sehr viele enge Spiele mit nur einem Tor Differenz für sich entschieden“, erklärt Langer der weiß: „Da steckt enorm viel Erfahrung in der Mannschaft. Erlbach steht defensiv sensationell gut, weshalb ich glaube, dass am Freitag Kleinigkeiten entscheiden werden.“
Personell bleibt die Lage beim Tabellenführer angespannt. Die Langzeitverletzten Jonas Lindner, Valdrin Konjuhi, Mario Götzendörfer und Petter Elwahab fallen weiterhin aus. Neu hinzu kommt Jaroud Kanze, der dem FCP wegen einer Sprunggelenksverletzung mehrere Wochen fehlen wird. Tobias Reichl muss aufgrund eines Schlages auf die Wade passen, Mhammed Sanawar kugelte sich am Montag im Training die Schulter aus. Tobias Reithmeir fehlt noch ein letztes Mal gesperrt. Hinter dem Einsatz von Max Dombrowka steht zudem ein Fragezeichen. Bei ihm soll kurzfristig entschieden werden, ob es für Freitag reicht. Dafür kehrt Maximilian Haas nach seiner Sperre zurück.
An der grundsätzlichen Herangehensweise ändert die lange Ausfallliste jedoch nichts. „Die Aufstellung wird ähnlich aussehen wie am vergangenen Wochenende. Dann spielt eben der nächste junge Spieler“, sagt Langer mit einem Schmunzeln, dessen FCP dadurch aus der Not eine Tugend macht: „Die Jungs, die reinkommen, liefern schließlich alle ab.“ Eine besondere Partie wird es für Enrique Bösl. Der Pipinsrieder Torhüter trifft erstmals seit seinem Wechsel zum FCP auf seinen früheren Verein. Vor allem aber ist es ein echtes Spitzenspiel: Der Tabellenführer mit der gefährlichsten Offensive der Bayernliga Süd trifft auf den Tabellendritten und dessen bislang kaum zu überwindende Defensive. Viel mehr Topspiel geht an einem Freitagabend kaum.