13.09.2026
Umstrittener Platzverweis prägt Niederlage in Gundelfingen
Der FC Pipinsried hat am zehnten Spieltag der Bayernliga Süd seine zweite Saisonniederlage kassiert. Beim FC Gundelfingen unterlagen die Gelb-Blauen nach einer ereignisreichen Partie mit 1:3 (1:1). Trotz des Rückschlags bleibt die Mannschaft von Trainer Roman Langer mit 22 Punkten Tabellenführer.
Der FCP fand im Schwabenstadion zunächst nicht wie erhofft in die Begegnung. „Wir sind in der ersten Halbzeit nicht gut ins Spiel gekommen und haben gerade in der Anfangsphase nicht das auf den Platz gebracht, was wir uns vorgenommen hatten“, sagte Langer. Dennoch hatten die Gäste nach 20 Minuten die große Gelegenheit zur Führung. Matthias Roithmayr traf mit seinem Schuss die Latte, Alexander Seifert setzte den Abpraller per Kopf ebenfalls an das Aluminium. Stattdessen jubelten drei Minuten später Gundelfingen: Nach einem Standard köpfte David Anzenhofer zunächst an die Querlatte, beim Nachschuss von David Spizert sprang der Ball von FCP-Kapitän Benedikt Lobenhofer ins eigene Netz.
Eine spielentscheidende und zugleich äußerst umstrittene Szene folgte in der 30. Minute. Tobias Reithmeir brachte FCG-Kapitän Jeremias Seibold rund 35 Meter vor dem Pipinsrieder Tor zu Fall. Schiedsrichter Moritz Fischer wertete die Aktion als Notbremse und zeigte dem Abwehrspieler die Rote Karte.
Eine Entscheidung, die auch beim Blick auf die Bilder nicht nachvollziehbar erscheint: Seibold lief zum Zeitpunkt des Fouls in Richtung Eckfahne und nicht auf das Pipinsrieder Tor zu. Hätte er nach innen gedreht, hätten zudem noch zwei FCP-Verteidiger eingreifen können. Eine klare Torchance wurde durch das Vergehen somit nicht verhindert. „Aus meiner Sicht ist das absolut keine Situation, in der man Rot zeigen muss“, bekräftigte Langer. Die Gelb-Blauen ließen sich von dem Platzverweis zunächst nicht unterkriegen. Pipinsried ordnete sich in Unterzahl neu und kam noch vor der Pause zum Ausgleich: Seifert traf in der 44. Minute per Kopf zum 1:1. Damit belohnte sich der FCP für seine Reaktion und ging trotz des langen Unterzahlspiels mit einem Unentschieden in die Kabine.
Kurz nach Wiederbeginn waren die Kräfteverhältnisse auf dem Platz wieder ausgeglichen. Der bereits verwarnte Gundelfinger David Anzenhofer sah nach einem Foul an der Seitenlinie Gelb-Rot (49.). Doch auch im Zehn-gegen-zehn fand Pipinsried nicht dauerhaft zu seiner gewohnten Struktur.
In der 69. Minute gingen die Gastgeber erneut in Führung. Michael Singer behauptete den Ball auf der Außenbahn und setzte Simon Achatz in Szene. Dessen Zuspiel verwertete Spizert mit einem wuchtigen Abschluss unter die Latte zum 2:1. Der FCP versuchte noch einmal, eine Antwort zu finden, doch in den entscheidenden Situationen fehlte diesmal die letzte Konsequenz. „Wir haben es trotz Unterzahl lange versucht, aber über die gesamte Spielzeit gesehen nicht geschafft, die nötige Struktur in unser Spiel zu bekommen“, bilanzierte Langer. „Gerade in den entscheidenden Situationen hat uns auch der letzte Punch gefehlt.“ In der Schlussphase sah Maximilian Haas nach seinem zweiten Foul die Gelb-Rote Karte (89.). In erneuter Überzahl gelang Gundelfingen unmittelbar danach die Entscheidung: Singer schloss einen Doppelpass mit Luca Kerber zum 3:1-Endstand ab (90.). „Wir wissen sehr genau, woran es heute gelegen hat“, sagte Langer: „Das werden wir klar ansprechen und aufarbeiten. Nächste Woche geht es darum, wieder die Dinge auf den Platz zu bringen, die uns auszeichnen.“
Trotz der Niederlage behauptet Pipinsried mit 22 Punkten und 29:13 Toren die Tabellenführung. Die SpVgg Landshut rückte allerdings bis auf einen Zähler heran. Am kommenden Samstag empfängt der FCP den SV Kirchanschöring. Dabei müssen die Gelb-Blauen auf drei gesperrte Spieler verzichten: Reithmeir fehlt nach seiner Roten Karte, Tobias Reichl nach der fünften Gelben Karte und Haas nach Gelb-Rot.