19.09.2026

Vier Tore in der Schlussphase: FCP dreht Match gegen Kirchanschöring

Vier Tore in der Schlussphase: FCP dreht Match gegen Kirchanschöring
Torjäger Florian Gebert erzielte am Samstag in nur fünf Minuten einen lupenreinen Hattrick / Foto: Tobias Vierlinger

Sieben Spieler fehlten, andere bissen auf die Zähne im Heimspiel gegen den SV Kirchanschöring. Und trotz dieser Widrigkeiten fand der FC Pipinsried nach einem 1:2-Rückstand noch eine beeindruckende Antwort am Samstagnachmittag: Mit vier Toren ab der 85. Minute drehten die Gelb-Blauen die Partie zum 5:2 (1:1). Vor 310 Zuschauern erzielte Florian Gebert dabei einen lupenreinen Hattrick.
Zunächst sah es nicht nach einem derart turbulenten Nachmittag aus. Der FCP hatte das Spiel in der ersten halben Stunde im Griff und ging früh in Führung. Kirchanschörings Torwart Moritz Hutt wehrte einen Freistoß von Benjamin Krist aus rund 20 Metern nach vorne ab, Alexander Seifert verwertete den Abpraller zum 1:0 (3.). Wenig später parierte Hutt einen Kopfball von Seifert (7.). Matthias Roithmayr wurde nach einem verlängerten Ball auf dem Weg zum Tor gerade noch von einem Verteidiger gestoppt (21.), später scheiterte Nenad Petkovic mit einem Schuss aus 20 Metern am SVK-Schlussmann (30.).
Erst danach kamen die Gäste besser ins Spiel. FCP-Torwart Enrique Bösl verhinderte zunächst zweimal den Ausgleich. In der 36. Minute war er indes machtlos: Nach einem Angriff über die Außenbahn gelang es Pipinsrieds Kapitän Benedikt Lobenhofer nicht, die Hereingabe zu klären. Sebastian Dengel traf aus rund zehn Metern trockenins lange Eck zum 1:1. Gemessen an den ersten 30 Minuten war das für den FCP ein ärgerlicher Pausenstand.
Auch nach dem Wechsel blieb die Begegnung offen. Gebert bot sich nach einer Flanke eine große Chance, sein Kopfball-Aufsetzer ging jedoch über das Tor (58.). Drei Minuten später folgte der nächste Rückschlag: Bösl agierte bei einem weiten Ball unglücklich, Dengel nahm ihm diesen ab und schob zum 1:2 ins leere Tor ein. Pipinsried brauchte einige Minuten, um sich davon zu erholen. Petkovic prüfte Hutt aus 16 Metern (69.), auf der Gegenseite hielt Bösl gegen einen Abschluss aus spitzem Winkel.
Dann brachte Langer frische Kräfte – und die Bank wurde erneut zum entscheidenden Faktor. Der erst zehn Minuten zuvor eingewechselte Neuzugang Jusuf Amdouni zog aus rund 22 Metern mit links ab. Unter Mithilfe von Hutt fand der Ball den Weg ins Tor: 2:2 (85.). Zwei Minuten später traf er erneut zunächst den Pfosten, den Nachschuss von Dominik Neisser lenkte Gebert dann zum 3:2 ins Netz.
Entschieden war die Partie da noch nicht. Bösl ließ einen weiten Ball in den Strafraum fallen, Tobias Ullmann rettete den folgenden Schuss vor der Linie und bewahrte den FCP vor dem erneuten Ausgleich (88.). Im Gegenzug nahm Gebert einen Abpraller volley und jagte den Ball aus rund 16 Metern ins lange Eck (89.). In der Nachspielzeit legte Seifert ihm den Ball mustergültig in den Lauf, Gebert schob zum 5:2 ein (90.+2). Drei Treffer innerhalb weniger Minuten – ein lupenreiner Hattrick zum Abschluss einer außergewöhnlichen Schlussphase und zugleich die Saisontore acht, neun und zehn für den 25-jährigen, Goalgetter, der damit die Torjägerliste der Bayernliga Süd anführt.
„Wenn man sieht, mit welchen Schwierigkeiten wir zu kämpfen hatten, ist das schon brutal, das Spiel noch so zu drehen“, sagte Langer. Besonders freute ihn, welchen Anteil die jungen Spieler daran hatten: Amdouni traf nach seiner Einwechslung, Mhammed Sanawar und David Anyaonu brachten ebenfalls von der Bank positive Impluse, Neisser feierte nach seiner Schulterverletzung sein Comeback mit der Torbeteiligung zum 3:2. „Wir haben über weite Strecken ein richtig gutes Spiel gemacht. Zwei solche Gegentore tun weh, aber wie wir unter diesen Umständen zurückkommen, ist schon richtig stark.“
Mit dem achten Sieg im elften Saisonspiel bleibt der FCP an der Spitze der Bayernliga Süd. Am kommenden Freitag geht es auswärts zum SV Erlbach.